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Ein Printprodukt oder Werbemittel beauftragen – Wie läuft die Zusammenarbeit mit einem Grafiker ab?

Einen Grafiker beauftragt man nicht jeden Tag. Spätestens wenn man seine eigene Firma gründet und einen seriösen Unternehmensauftritt haben möchte, wird man mit der Situation konfrontiert. Viele Fragen kommen auf. Was kostet die Zusammenarbeit? Wer ist der richtige Designer für mich? Muss ich in Vorleistung gehen? Was passiert, wenn mir das Design nicht gefällt? Und und und.
Verständlicherweise kann da eine gewisse Verunsicherung aufkommen.

Mit diesem Beitrag möchte ich ein bisschen aus dem Nähkästchen plaudern und die Schritte erläutern, wie die Zusammenarbeit mit mir in der Regel abläuft. Ich beschreibe den Ablauf beispielhaft anhand eines Print-Produkts.

Euer Design entsteht in 6 Phasen und Ergebnis-Messung:

  1.  Angebots-Phase
  2.  Recherche & Analyse
  3.  Konzeptions– und Entwurfsphase
  4. Umsetzungsphase
  5. Reinzeichnungsphase, Erstellung der Druckdaten
  6. Übergabe der Druckdaten und Druck
  7. Messung des Ergebnisses

 


1. Angebots-Phase & Briefing

Anfrage beim Designer mit ungefähren Vorstellungen. 

Ihr schreibt ganz formlos eine Mail oder nutzt das Kontaktformular. Die wichtigsten Informationen sind zu Beginn:

  • Welches Produkt oder welche Leistung benötigt ihr?
  • Für was wird es benötigt?
  • Muss es gedruckt werden, wenn ja mit welcher Stückzahl?
  • Ganz wichtig: Wann braucht ihr das Produkt?
  • Gibt es ein Budget, dass ihr nicht überschreiten könnt?
  • Eure Kontaktdaten. Extrem Hilfreich ist eine Telefonnummer, da man eventuelle Fragen sofort klären kann.

Keine Angst – ihr müsst noch nicht alles genau bis ins kleinste Detail geplant und bedacht haben. Ein erfahrener Grafiker leitet euch gekonnt durch das Projekt und stellt die richtigen Fragen.

Erster Kontakt per Mail oder Telefon
Der Grafiker kommt ggf. noch einmal auf euch zu und stellt Fragen zu Maßen, Umfang, Zusatzleistungen und so weiter. Das erste Telefongespräch ist sehr wichtig. Je genauer der Designer den Projektumfang kennt, desto genauer kann er das benötigte Budget abschätzen. Nun folgt die Abgabe des ersten Orientierungsangebots.

Der Wichtigste aller Punkte: das persönliche Kennenlernen
Stimmen die Budgetvorstellungen von Auftragnehmer und Auftraggeber ungefähr überein, wird ein erster Kennenlern-Termin vereinbart. In diesem geht es unter anderem darum, ob man menschlich zusammenpasst, denn auch das ist wichtig. Das Projektvorhaben wird vertieft, Termine und Fristen ausgelotet und auf Machbarkeit geprüft. Es wird bestimmt, ob und welche weiteren Partner ins Boot geholt werden, zum Beispiel Druckereien, Texter, Fotografen, und so weiter.

Hier könnt ihr schon mal euer Herz ausschütten und von eurem Projekt schwärmen. Sehr gerne lasse ich mich von eurer Euphorie mitreißen. Ein guter Grafiker lernt seinen Kunden zu lesen, denn nicht unerheblich spielt auch dessen Persönlichkeit eine Rolle. Als Designer lernt man ein Gefühl dafür zu Entwickeln, in welche Richtung es mit dem Design gehen wird. Je nach Kunden-Charakter können das unterschiedlichste Stile sein: natürlich, klassisch, verspielt, mutig, sachlich, minimalistisch, und so weiter.

Wir sprechen über alles – erst recht über Geld.
Sprecht all eure Gedanken aus! Auch Designer sind Menschen und wir können über alles sprechen! Solltet ihr doch andere Budget-Vorstellungen haben – scheut euch nicht, das auszusprechen. Ein guter Grafiker handelt stets in eurem Ermessen. Manchmal gibt es kleine Stellschrauben, an den man justieren und optimieren kann. Bei Bedarf erfolgt nun die Anpassung des Angebots vom Designer, weil sich womöglich aus dem persönlichen Gespräch andere Wünsche oder Vorgaben entwickelt haben.

Bis hierhin war alles unverbindlich und kostenfrei. Ab jetzt wird’s ernst – seid ihr überzeugt, wird das Angebot unterschrieben und euer Projekt in Auftrag gegeben. Je nach Umfang und Vereinbarung wird nun ein Teil als Anzahlung fällig oder die Bezahlung erfolgt erst als Gesamtsumme nach Projektabschluss. Das erfahrt ihr auf jeden Fall mit der Abgabe des Angebots.

Erstes Briefing

Bei größeren Projekten gibt es nun einen ausführlichen Briefing-Termin bei dem bereits erste Konzept-Ideen und Skizzen festgehalten werden können. Es wird ein konkreter Projektablauf geplant und Meilensteine mit Terminen versehen. Partner aus dem Netzwerk des Grafikers werden in Kenntnis gesetzt.

2. Recherche & Analyse von Zielgruppe, Markt & Konkurrenz (besonders wichtig für Business-Einsteiger)

Wir heben Euren Goldschatz! Die essentiellste Phase des gesamten Design-Prozesses.  

Etablierte Unternehmen haben mit Ihrem Corporate Design Handbuch und Businessplan diesen Punkt meist schon vorliegen. Existenz- und Unternehmensgründer empfehle ich generell vor Markteintritt eine Positionierung vorzunehmen. Das wichtigste an Eurem Vorhaben ist nicht etwa das tolle Design, sondern das Wissen um eure Stellung am Markt und wie Ihr es erfolgreich umsetzt. Die Daten, die sich aus der Analyse ergeben bildet das Fundament für das künftige Gestaltungskonzept. Um als Grafik-Designer nicht raten zu müssen, welche Visualität denn fuktionieren könnte, ist diese Analyse enorm wichtig. Hier möchte ich Eure Zielgruppe genau kennenlernen, wie tickt sie, wie spricht sie, welche Probleme plagt sie und wovon fühlt sie sich angesprochen. Auch die Konkurrenz solle genau betrachtet werden. Welche Alleinstellungsmerkmale sind schon vergeben, von welchen Farben und Gestaltungselementen sollte man abstand nehmen, usw. Besonders elementar ist auch die Erarbeitung Eures USP (Uniqe Selling Point bzw. Alleinstellungsmerkmal). Was macht euch einzigartig und charakteristisch? Am Ende dieser Phase werdet Ihr Euch selbst und den Markt so gut kennen, dass Ihr mit Selbstvertrauen ins Business starten könnt.

3. Konzeptions– und Entwurfphase

Die Zuarbeiten werden an den Grafiker übermittelt. Das sind in der Regel euer Logo, wenn vorhanden ein Corporate Design Handbuch, Bilder, Texte, Grafiken usw.
Jetzt wird es spannend. Der Designer verschwindet für einige Tage in sein kreatives Kämmerlein. Auf Basis der Voranalyse entsteht das grobe Gesamtkonzept und die passenden Entwürfe dazu. Wie viele Entwürfe ihr erhaltet, wird im Angebot festgelegt.

Handelt es sich um ein umfangreiches Projekt, werden die ersten Entwürfe in der Regel beim Kunden präsentiert. Bei kleinen Projekten erhaltet ihr eine ansprechend aufbereitete PDF, durch das ihr ganz entspannt blättern könnt. Es folgt die Auswahl eines Entwurfs und die Besprechung des weiteren Vorgehens mit dem Festhalten erster Änderungswünsche.
Bei den großen Aufträgen folgen nun bereits die ersten beiden Korrekturdurchläufe mit dem Auftraggeber. Hier werden Änderungsangaben des Kunden zu Layout, Farbe, Bildmaterial, Schriftart und Gestaltungselemente bereits im Groblayout angepasst.

4. Umsetzungs– und Korrekturphase

Die kleinen Projekte starten für üblich gleich in die Umsetzung. Eure gelieferten Inhalte werden in das Layout gesetzt und schick gemacht.
Es folgt die Korrekturphase mit dem Auftraggeber. In aller Regel sind zwei Korrekturläufe im Angebot inkludiert, wenn nichts anderes vereinbart wurde. In der Regel reichen diese auch aus. Natürlich muss nach zwei Durchläufen nicht Schluss sein. Solltet ihr noch nicht vollends zufrieden sein, können beliebig viele Korrekturläufe hinzugebucht werden – euer Grafiker informiert euch vorab, was ein Korrekturlauf kostet.

Ein Korrekturlauf kann beliebig viele Änderungen beinhalten, solange er den Grundentwurf nicht gänzlich umwirft. Das können zum Beispiel sein:

  • Änderung von Schriftarten und Schriftgrößen
  • Positionierung oder Entfernen von Bild, Text und Elementen
  • Farbänderungen
  • Inhaltliche Korrekturen in Text und Bild
  • Tauschen oder Schieben von Seiten
  • Hinzufügen von Elementen

Seid ihr Zufrieden und habt ihr alle Inhalte noch einmal auf Fehlerfreiheit geprüft, gebt ihr eure finale Freigabe des Produkts. Nach der Freigabe solltet ihr keine Änderungen mehr beauftragen – die können euren Budgetplan unter Umständen ganz schön kippen, da der Grafiker einige Arbeitsschritte wiederholen muss, wenn er bereits mit der Reinzeichnung begonnen hat.

5. Reinzeichnungsphase, Erstellung der Druckdaten

Es werden noch einmal alle Spezifikationen, die später beim Druck beachtet werden müssen, abgeklärt. Auf Basis dieser Spezifikationen und nach Vorgaben der Druckerei wird die optimierte Reinzeichnungsdatei angelegt. Dies kann vor allem bei vielseitigen Broschüren mitunter einige Tage in Anspruch nehmen, da viele kleine Arbeitsschritte eingehalten werden müssen. Bilder werden geprüft, retuschiert und in das korrekte Farbprofil umgewandelt. Das Layout wird bis auf den letzten Millimeter geprüft. Beschnittzugaben müssen errechnet und hinzugefügt werden. Farbkeile, Schnitt– und Prüfzeichen für die Druckerei werden eingefügt. Sonderfarben oder Veredelungen werden angelegt und zum Schluss wird das finale Druck-PDF erzeugt.

6. Übergabe der Druckdaten und Druck

Je nachdem ob ihr selbst drucken möchtet oder der Druck mitgebucht wurde, erfolgt die Übergabe an euch oder an die Druckerei.
Bei großen Projektvolumen sollte ein Andruck mit Kunden und Grafiker bei der Druckerei stattfinden. Dort sieht man dann einen ersten Probedruck, einen sogenannten Proof, auf dem man Farbauftrag und Farbwirkung auf dem gewählten Papier sehen kann. Dieser wird wiederum freigegeben oder bei Bedarf von der Druckerei optimiert.

Nun folgt der eigentliche Druck. Die Produktionsdauer ist je nach Auflage, Ausführung und Veredelung sehr individuell. Der Grafiker übernimmt einen letzten Qualitätscheck und gibt die Produkte zur Lieferung frei. Endlich könnt ihr euer Projekt in Händen halten! Es folgt die Abschlussrechnung.

7. Messung des Ergebnisses

Dieser Schritt wird gern vergessen. Idealerweise wird sich der Grafiker einige Monate nach Ausführung des Projekts bei euch zurück melden. Um eure Marketing-Erfolge messen zu können, sollte eine gemeinsame Auswertung der Aktion erfolgen. Nur so erfahrt ihr, welche Werbeaktionen funktionieren und weiter verfolgt werden sollten.


 

Ich hoffe ich konnte schon ein wenig Unsicherheit beseitigen.
Sollten immer noch Fragen offen sein, schreibt sie mir sehr gern in einem Kommentar oder ganz persönlich per E-Mail.

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DIY Anleitung winterliche Karte

Draußen wird es dunkel und ungemütlich. Die Tage kürzer und die Nächte länger. Da bleibt man gerne zu Hause und verbringt die Zeit mit der Familie und den Weihnachtsvorbereitungen. Pünktlich zum kalendarischen Winteranfang zeige ich euch eine DIY Anleitung, wie Ihr winterliche Grußkarten einfach selbst gestalten könnt. Je nach Aufschrift, sind sie ganz wunderbar als Weihnachtspost oder für winterliche Grüße einsetzbar.

Mit meiner Step by Step Anleitung könnt Ihr die Karten ganz einfach nachmachen. Als kleinen Bonus gibt es noch ein kurzes Video, wie ich meinen Schriftzug erstellt habe.

Viel Spaß beim Ansehen und Nachbasteln.

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Ihr seid dran! Gestaltet eure Winter- und Weihnachtskarten.
Wer mutig ist, hinterlässt mir ein Foto im Kommentar. 😉